Stuttgart (eos) – Jetzt ist der Weg frei: Micro-USB-Anschlüsse sind Standard für (fast) alle Handys. „Das war überfällig“, sagt Dr. Christopher Hebling vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg, der während des Brennstoffzellen-Fachveranstaltung f-cell Ende September ein Themenforum zu portablen Brennstoffzellen-Anwendungen und speziellen Märkten moderierte. „Brennstoffzellenbetriebene Batterie-Ladegeräte für kleine Geräte, wie Handys, MP3-Player oder Digitalkameras, gibt es bereits. Nun fällt künftig die Schnittstellenproblematik mit den vielen unterschiedlichen Handyanschlüssen weg. Das macht die Ladegeräte attraktiv.“
Während der f-cell, zu der 409 Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer aus der ganzen Welt nach Stuttgart kamen, stellte Dr. Anders Lundblad, Technischer Geschäftsführer bei myFC in Stockholm, ein Brennstoffzellen-Ladegerät für Elektrogeräte wie Handys oder Digitalkameras vor, das sein Unternehmen im Herbst kommenden Jahres nach einer Probephase mit Testkunden zunächst in Skandinavien auf den Outdoor-Markt bringen will. Das kompakte, kaum brieftaschengroße und rund 200 Gramm schwere Gerät fasst neben einer Brennstoffzelle eine kleines Wasserbehältnis sowie eine Kartusche mit einem Brennstoff-Pulver. Die Stoffe reagieren und erzeugen Wasserstoff, den die Brennstoffzelle in Strom umwandelt. Der Strom wird entweder direkt genutzt, um elektronische Geräte aufzuladen oder er lädt eine interne Pufferbatterie.
„Wir haben eine Konsumentenbefragung durchführen lassen“, berichtet Lundblad. „Die Nachfrage ist groß.“ Der Preis des myFC-Ladegeräts liege noch nicht fest, könnte aber etwa 150 Euro betragen. Ob Kunden den vollen Gerätepreis werden zahlen müssen oder ob das Unternehmen die Geräte über einen etwas höheren Kartuschenpreis refinanzieren wird, ist noch offen. Toshiba brachte bereits kürzlich testweise 3.000 Stück eines ähnlichen Produkts auf den japanischen Markt und MTI Micro Fuel Cells aus den USA arbeitet an “Mobion”, das – wie das Toshiba-Gerät auch – mit Methanol-Kartuschen bestückt wird.
Bevor die myFC-Ladestation auf den Markt kommt, muss sie noch zugelassen werden. Nur wenige Prüf-Institute haben jedoch Erfahrungen mit Brennstoffzellenprodukten. Die Fachleute vom Fraunhofer ISE eröffnen daher zusammen mit dem VDE, dem Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V., Anfang 2011 ein Prüf- und Zertifizierungszentrum speziell für Mikro- und portable Brennstoffzellen im Leistungsbereich von Milliwatt bis wenige Kilowatt. “Würde mich freuen, wenn myFC unser erster Kunde würden”, sagte Hebling.
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